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Zum Artikel: Genf in der Wikipedia
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| Genf | |
|---|---|
| Basisdaten | |
| Kanton | Genf |
| Bezirk | (Der Kanton Genf kennt keine Bezirke.) |
| Gemeindenummer | 6621 |
| Postleitzahl | 1200 |
| UN/LOCODE | CH GVA |
| Koordinaten | (500532 / 117325)46.2000136.149985375Koordinaten: 46° 12′ 0″ N, 6° 9′ 0″ O; CH1903: (500532 / 117325) |
| Höhe | 375 m ü. M. |
| Fläche | 15.86 km² |
| Einwohner | 189'957 (31. Juli 2010)[1] |
| Website | www.ville-geneve.ch |
| Blick auf Genf vom Mont Salève her gesehen | |
| Karte | |
Genf (frz. Genève [ʒəˈnɛv], ital. Ginevra, rät. Genevra) ist eine politische Gemeinde und der Hauptort des Kantons Genf in der Schweiz. Genf ist nach Zürich die zweitgrösste Stadt der Schweiz. Sie liegt am südwestlichen Rand der französischsprachigen Schweiz am Ausfluss der Rhone aus dem Genfersee. Genf ist Sitz vieler internationaler Organisationen, darunter UNO, CERN, IKRK, WHO, IAO, ISO, ITU, WIPO, WMO, WOSM, WTO und UNHCR. Des Weiteren ist Genf – nach Zürich – der zweitgrösste Finanzplatz der Schweiz, gefolgt von Lugano und laut der Forbes-Liste der World's Most Expensive Cities To Live von 2009 eine der teuersten Städte der Welt.[2]
Inhaltsverzeichnis |
Stadtviertel
Das Stadtgebiet setzt sich aus den Stadtteilen (franz. Sections) Cité, Plainpalais, Eaux-Vives und Petit-Saconnex zusammen. Die drei letzten entsprechen den 1930 eingemeindeten Gemeinden. Die Stadtteile sind weiter in sogenannten Quartiers untergliedert:
| Stadtteil | Quartier | Nr. | BFS-Code |
|---|---|---|---|
| Cité | Cité - Centre | 1 | 6621001 |
| St-Gervais - Chantepoulet | 2 | 6621002 | |
| Délices - Grottes - Montbrillant | 3 | 6621003 | |
| Pâquis | 4 | 6621004 | |
| Plainpalais | Champel | 11 | 6621011 |
| La Cluse | 12 | 6621012 | |
| Jonction | 13 | 6621013 | |
| Bâtie - Acacias | 14 | 6621014 | |
| Eaux-Vives | Eaux-Vives - Lac | 21 | 6621021 |
| Florissant - Malagnou | 22 | 6621022 | |
| Petit-Saconnex | Sécheron | 31 | 6621031 |
| O.N.U. | 32 | 6621032 | |
| Grand-Pré - Vermont | 33 | 6621033 | |
| Bouchet - Moillebeau | 34 | 6621034 | |
| Charmilles - Châtelaine | 35 | 6621035 | |
| St-Jean - Aire | 36 | 6621036 |
Geschichte
Genf war in der Keltenzeit die Hauptstadt der Allobroger. Zur Zeit des Römischen Reiches diente es als Brückenkopf, von 400 bis 1536 war es ein Bischofssitz. Im fünften und neunten Jahrhundert fungierte es zudem als Sitz der burgundischen Könige. Ab dem Jahr 1026 gehörte Genf zum burgundischen Reichsteil des Heiligen Römischen Reichs, innerhalb dessen es ein bischöfliches Territorium wurde. Genau fünfhundert Jahre später trat Genf einem Städtebund zusammen mit Bern und Freiburg bei. Im Jahr 1536 folgte die Reformation und Ausrufung der unabhängigen Genfer Republik, die Stadt selbst wurde zugewandter Ort der Schweizerischen Eidgenossenschaft. Der französische Reformator Johannes Calvin gründete im Jahr 1559 die Genfer Akademie, die heutige Universität Genf. Im Jahr 1781 errangen Bürgertum und Arbeiterschaft die Vorherrschaft, woraufhin eine repräsentativ-demokratischen Verfassung angenommen wurde, bevor im Jahr darauf mit Hilfe bernisch-savoyischer Truppen das Patriziat erneut die Macht ergriff und viele Industrielle als Exponenten des Bürgertums in die Emigration gingen. Am 15. April 1798 wurde Genf von Frankreich annektiert und war bis zum Jahr 1813 – dem Jahr der Befreiung durch Österreich – als Département du Léman in den Staat integriert.
Im Jahr 1814 wurde die Stadtrepublik Genf ausgerufen, im folgenden Jahr wurde die Stadt schweizerisch und Hauptstadt des neugebildeten, gleichnamigen Kantons Genf. Im Jahr 1864 wurde Genf Sitz des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz, 1873 wurde die Universität Genf gegründet. Von 1920 bis 1946 war Genf Sitz des Völkerbundes.
Im Jahr 1931 wurden die früheren Gemeinden Eaux-Vives, Le Petit-Saconnex und Plainpalais mit der Stadt Genf fusioniert. Am 9. November 1932 kam es zu einem Massaker («Blutnacht von Genf») als Soldaten 13 antifaschistische Demonstranten erschossen und 60 schwer verletzten.
Jährlich am 12. Dezember wird mit der Escalade de Genève die misslungene Eroberung durch Savoyen im Jahre 1602 gefeiert.
Die Stadtrepublik Genf prägte bis zum Jahr 1850 ihre eigenen Münzen. Dies waren für eine gewisse Zeit, wie in Frankreich lange Zeit üblich, Sols unterteilt in Centimes, danach wurden Francs geprägt.
Wappen
Das Genfer Wappen stellt die Verbindung des Bischofs (Schlüssel von Sankt Peter) und der Freien Reichsstadt (Reichsadler) dar. Es tauchte zum ersten Mal im 15. Jahrhundert auf.
Die Blasonierung des Wappens lautet: «Gespalten, vorn in Gold ein rot gekrönter, gezungter und bewehrter schwarzer halber Adler am Spalt; hinten in Rot ein goldener Schlüssel mit Vierpassreite und mit geraden Taukreuzeinschnitt im linksgewendetem Bart.»
Bevölkerung
Genf war bis zum Jahr 1870 die bevölkerungsreichste Stadt der Schweiz. Diesen Platz hat mittlerweile die Stadt Zürich übernommen. Am 31. Mai 2010 zählte die Stadt Genf 189'957 Einwohner. Die Agglomeration Genf wird alle zehn Jahre anlässlich der Volkszählung neu festgelegt und umfasste im Jahr 2007 471'314 Einwohner respektive landesübergreifend mit Frankreich 780'000 Einwohner. Der Ausländeranteil beträgt rund 44 Prozent. Dies erklärt sich insbesondere durch die Anzahl der Internationalen Organisationen in der Stadt. Der erweiterte Ballungsraum, die Metropolregion Genf-Lausanne, hat 1,2 Millionen Einwohner.
Söhne und Töchter der Stadt
Zeitweilige Bewohner
Politik
Legislative
Die gesetzgeberische Gewalt wird durch den Gemeinderat (Conseil municipal) wahrgenommen. Er zählt 80 Sitze und wird alle vier Jahre direkt vom Volk in einem Proporzwahlverfahren mit einer 7-Prozent-Hürde gewählt. Der Gemeinderat bestimmt das Stadtbudget und stimmt über Vorlagen der Stadtregierung (Conseil administratif) ab. Ausserdem kann er selber Vorstösse lancieren.
Exekutive
Die Stadtregierung (Conseil administrativ, CA) besteht aus fünf gleichberechtigten Mitgliedern, die alle vier Jahre direkt vom Volk in einer Majorzwahl einzeln gewählt werden. Das Amt des Stadtpräsidenten (maire) wechselt jährlich im Tournus zwischen den Regierungsmitgliedern. Seit dem 1. Juni 2007 ist die Stadtregierung folgendermassen zusammengesetzt:
- Pierre Maudet (FDP), Umwelt- und Sicherheitsdepartement
- Patrice Mugny (Grüne), Kulturdepartement (Stadtpräsident von 2007 bis 2008)
- Rémy Pagani (À Gauche toute!/Linke Alternative), Baudepartement (Stadtpräsident von 2009 bis 2010)
- Sandrine Salerno (SP), Wohn- und Finanzdepartement (Stadtpräsidentin von 2010 bis 2011)
- Manuel Tornare (SP), Sozial-, Jugend- und Sportdepartement (Stadtpräsident von 2001–2002, 2005–2006 und 2008–2009)
Volksrechte
Das aktive Wahlrecht haben alle in der Stadt Genf wohnhaften Schweizer Bürger sowie ausländische Bürger, die seit mindestens acht Monaten in der Schweiz und seit drei Monaten in der Stadt Genf wohnhaft sind. Diese Regelung gilt seit 2005, als eine entsprechende kantonale Volksinitiative angenommen wurde. Das passive Wahlrecht ist weiterhin Schweizer Bürgern vorbehalten.
Mit 4000 Unterschriften von Wahlberechtigten kann eine Volksabstimmung über einen Beschluss des Gemeinderates (Referendum) oder über einen eigenen Vorschlag (Volksinitiative) erzwungen werden.
Wirtschaft
Als Heimat bekannter Luxusuhrenhersteller wie Rolex (Hauptsitz), Omega SA, Patek Philippe, Vacheron Constantin oder Baume & Mercier ist Genf eine der wichtigsten Uhrenstädte der Welt. Bekannt sind die vom heimischen Handwerk eingeführten Qualitätsmerkmale wie Genfer Siegel (Poinçon de Genève) und Genfer Streifen (Côtes de Genève, Filets).[3] Ausserdem haben zahlreiche multinationale Unternehmen wie Procter&Gamble und Ralph Lauren ihren (europäischen) Hauptsitz in Genf.
Verkehr
Mit dem Hauptbahnhof Cornavin ist Genf gut ins europäische Schienennetz eingebunden. Von dem Kopfbahnhof Gare des Eaux-Vives besteht zudem eine Bahnverbindung nach Annemasse. Die zukünftige Bahnlinie CEVA-Bahnlinie, in Bau seit 1995, wird diese beiden Netze verbinden. Genf verfügt über eine Verladestelle für Autoreisezüge.[4]
Im Genfer Vorort Cointrin liegt der zweitgrösste Flughafen der Schweiz, der Aéroport International de Genève. Genf wird von der Schweizer Autobahn A1 und den Französischen A40 und A41 bedient.
Der öffentliche Personennahverkehr wird in der Stadt durch die Transports Publics Genevois (TPG) abgewickelt. Ferner ist Genf durch das Schiffsverkehrnetz der Compagnie Générale de Navigation sur le lac Léman mit zahlreichen Uferorten des Genfersees verbunden.
Messen
Im Messekomplex Palexpo werden zahlreiche Publikumsmessen und Fachmessen organisiert. Die wichtigsten internationalen Messen sind:
- Internationaler Autosalon
- Internationale Messe für Buch und Presse
- Internationale Messe für Erfindungen
- ITU Telecom World, Telekommunicationsmesse
- Salon International de la Haute Horlogerie, Luxusuhren-Messe
Kunsthandel
Das Metropolitan Museum of Art hat 2006 im Zentrum von Genf ein neues Büro eingerichtet, das als Kontaktstelle für Sammler und Künstler dienen soll. In der Rhonestadt gibt es 120 Galerien und ein Zollfreilager, das wegen der dort zwischengelagerten Kunstwerke als grösstes Museum der Welt gilt, ausserdem wird in Genf 35 Prozent des Privatvermögens weltweit verwaltet.[5]
Kunst, Kultur
Schulen, Hochschulen
Wie jeder Schweizer Kanton hat der Kanton Genf sein eigenes Schulsystem. Es bestehen Primarschulen, untere Sekundarschulen (Cycle d’Orientation, Orientierungsschule), elf vierjährige Gymnasien (davon acht auf dem Stadtgebiet: Collège Calvin, Collège de Candolle, Collège Rousseau, Collège Sismondi, Collège Voltaire, Collège Nicolas-Bouvier, Collège Emilie-Gourd und Collège André-Chavannes) und andere Schulen der Sekundarstufe II.
Die Universität Genf wurde 1559 gegründet. Aus autonomen Universitätsinstituten wurde 2008 das Hochschulinstitut für internationale Studien und Entwicklung gebildet.
Museen
- Musée d’art et d’histoire, Kunst- und Geschichtsmuseum
- Musée Ariana, Keramik- und Glasmuseum
- Musée d’ethnographie de Genève, Völkerkundemuseum
- Muséum national d’histoire naturelle, naturhistorisches Museum
- Musée Rath, Kunstmuseum mit Sonderausstellungen
- Internationales Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum
Sehenswürdigkeiten
- Collège Calvin
- Jardin Anglais (Englischer Landschaftsgarten)
- Internationales Museum der Reformation
- Internationales Rotkreuz- und Rothalbmondmuseum
- Jet d’eau – Fontäne
- Jardin botanique de genève et Le Bois-de-la-Bâtie
- Kathedrale St. Peter (um 1232 vollendet)
- Genfer Moschee (Moschee Petit-Saconnex; 1978)
- Palais des Nations (Völkerbundpalast), Avenue de la Paix, Sitz der UNO, bis 1939 des Völkerbundes
- Rathaus (spätes 15. Jahrhundert)
- Internationales Reformationsdenkmal (1917)
- Servetus-Gedenkstein (1903)
- Geburtshaus von Jean-Jacques Rousseau
Für besondere Verdienste um den Ortsbildschutz erhielt Genf vom Schweizer Heimatschutz im Jahre 2000 den Wakkerpreis.
Sport
Nationale und internationale Bekanntheit erlangte die Stadt Genf im Sport unter anderem durch den Fussballverein Servette FC Genève, der 17-mal den Schweizer Meistertitel erringen konnte, sowie durch den aktuellen Eishockey-Playofffinalisten HC Servette Genève.
Preise
Die Stadt Genf vergibt seit 1947 alle vier Jahre Preise an Personen die zur Ausstrahlung der Stadt in Kultur und Wissenschaft beigetragen haben (Prix de la Ville de Genève).
Die Stadt Genf verleiht seit 1997 jährlich zwei Preise für Comics, siehe: Prix de la Ville de Genève pour la bande dessinée.
Internationale Organisationen
In Genf haben sich 25 internationale Organisationen niedergelassen, darunter die folgenden:
- Vereinte Nationen (UNO) – Genf war bereits in der Zwischenkriegszeit Hauptsitz von der Vorgänger-Organisation der UNO, dem Völkerbund. Die Stadt ist – neben New York, Wien und Nairobi – eine der vier Städte, in denen ein Büro der Vereinten Nationen angesiedelt ist, siehe Büro der Vereinten Nationen in Genf (UNOG).
- Welthandelsorganisation (WTO)
- Konferenz der Vereinten Nationen für Handel und Entwicklung (UNCTAD)
- Internationale Arbeitsorganisation (ILO)
- Weltgesundheitsorganisation (WHO)
- Hoher Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen (UNHCR)
- Internationale Organisation für Normung (ISO)
- Internationale Fernmeldeunion (ITU)
- Weltorganisation für Meteorologie (WMO)
- Weltorganisation für geistiges Eigentum (WIPO)
- Europäische Rundfunkunion (EBU)
- Internationales Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) und Internationale Föderation der Nationalen Rotkreuz- und Rothalbmondsgesellschaften (IFRK), siehe Internationale Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung
- Europäische Organisation für Kernforschung (CERN)
- Weltpfadfinderorganisation (WOSM)
- Ökumenischer Rat der Kirchen (WCC)
- Lutherischer Weltbund (LWF)
Städtepartnerschaften
Algier, Algerien
Buenos Aires, Argentinien (seit 1991)
Paris, Frankreich (seit 2002)
Siehe auch
Portal:Genf – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Genf
- Genfer Bibelgesellschaft
- Genfer Initiative
- Genfer Psalter
- Neue Genfer Übersetzung
- Genf-Marathon
- Ergebnisse der Kommunalwahlen in Genf
Weblinks
- Offizielle Website der Stadt Genf
- Notizen zur Geschichte von Genf und Calvin
- Genf (Gemeinde). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Eaux-Vives, Les. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Einzelnachweise
- ↑ Population résidante du canton de Genève, selon l'origine et le sexe, par commune, en juillet 2010 (XLS-Datei, 108 kB)
- ↑ Forbes-Liste: Teuerste Städte der Welt zum Leben
- ↑ Geschichte von Genf als Uhrenstadt (Watch-Wiki)
- ↑ Terminalbeschreibungen SNCF Autoreisezug (Pdf-Datei)
- ↑ Ghania Adamo: „Metropolitan Museum New York eröffnet Büro in Genf“, swissinfo, 10. April 2006
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