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Inhaltsverzeichnis |
Leben
Vadian wurde vermutlich am 29. November 1484 in der damaligen Reichsstadt St. Gallen als Joachim von Watt geboren und entstammte einer reichen und einflussreichen Familie, die vom Handel mit Leinen lebte.
Ende 1501 zog er nach Wien, wo er an der Universität studierte und später auch lehrte, speziell auch beim Humanisten Conrad Celtis. Während der Pestepidemie von 1506 und 1507 flüchtete er nach Villach in Kärnten und unterrichtete dort als Lehrer, besuchte Musikunterricht und verlebte einige Zeit im Benediktinerkloster Ossiach. Daneben führte ihn während seines Aufenthalts in Villach eine Studienreise nach Trient, Venedig und Padua, wo er unter anderem vom irischen Professor Mauritus Hibernicus stark beeinflusst wurde.
1509 schloss Vadian seine Wiener Studien als Magister ab und kehrte nach St. Gallen zurück, wo er sich intensiv mit der Stiftsbibliothek St. Gallen befasste. Kurze Zeit später folgte die Rückkehr nach Wien, wo er sich einen Namen mit seinen Schriften, Editionen und lateinischen Dichtungen machte.
Ab 1512 war Vadian Inhaber des Lehrstuhls für Poetik an der Wiener Universität. 1513 reiste er ins ungarische Buda. Am 12. März 1514 wurde er durch Kaiser Maximilian I. in Linz zum poeta laureatus gekürt. 1516 wurde er zum Dekan ernannt.
In den folgenden Jahren studierte Vadian Medizin sowie Naturwissenschaften, speziell auch Geographie und Geschichte. Georg Tannstetter (Collimitius), ein Mathematiker und Astronom, war dabei seiner Hauptlehrer.
1517 schloss Vadian sein Medizinstudium als Doktor ab. In den Jahren 1518 und 1519 verlegte er seinen Lebensmittelpunkt wieder zurück nach St. Gallen; auf der Rückreise besuchte er unter anderem Leipzig, Breslau und Krakau, wo er sich mit zahlreichen humanistischen Freunden traf.
In St. Gallen bemühte sich Vadian um die Förderung des Humanismus und wurde bald einmal von der Bewegung der Reformation erfasst, insbesondere durch seinen Zürcher Freund Ulrich Zwingli, den Wegbereiter der Reformation in der Schweiz. Der Briefwechsel mit Zwingli und andere Schriften zeigen ab 1522 deutliche Kritik an der Römisch-Katholischen Kirche.
1521 nahm Vadian Einsitz im St. Galler Stadtrat und konnte sich als einflussreiches Mitglied etablieren. In dieser Funktion förderte er die Verbreitung der reformatorischen Gedanken und wurde durch seine Vorträge als Anhänger der Reformation bekannt.
Anfang 1526 wurde Vadian zum Bürgermeister der Stadt St. Gallen gewählt und führte in den folgenden Jahren die Reformation durch, insbesondere auch im Kloster St.Gallen. Vadian genoss für den Rest seines Lebens als Reformator grosses Ansehen in der Schweiz und im deutschsprachigen Ausland und wurde für sein diplomatisches Geschick geschätzt, das er bei vielen Konflikten religiöser und politischer Natur vorteilhaft einsetzen konnte.
Am 6. April 1551 starb Vadian in St. Gallen.
Denkmal
Im Zentrum von St. Gallen erinnert heute ein Denkmal beim Marktplatz an Leben und Wirken von Vadian. Das bronzene Standbild wurde 1904 vom bekannten Schweizer Bildhauer Richard Kissling gestaltet.
Nachwirkung
Die frühere Ersparnisanstalt der Stadt St. Gallen wurde Ende 2006 nach 196-jährigem Bestehen in Vadian Bank AG umbenannt. Die Bank, eine der ältesten Banken der Schweiz, gehört seit ihrer Gründung der Ortsbürgergemeinde St. Gallen.
Werke (Auswahl)
- De poetica et carminis ratione liber, Wien 1518.
- Die Große Chronik der Äbte des Klosters St. Gallen, St. Gallen 1529.
Literatur
- Ernst Götzinger: Vadian, Joachim. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 41. Duncker & Humblot, Leipzig 1896, S. 239–244.
- Armin Kohnle: Vadian, Joachim. In: Theologische Realenzyklopädie (TRE). Band 34, de Gruyter, Berlin/New York 2002, ISBN 3-11-017388-3, S. 489–492.
- Rudolf Gamper (Hrsg.): Vadian als Geschichtsschreiber. Vadian-Studien 17. Sabon-Verl., St. Gallen 2006 ISBN 3-907928-59-8.
- Werner Näf: Vadian und seine Stadt St. Gallen. 2 Bände, Fehr, St. Gallen 1944 und 1957.
- Conradin Bonorand: Aus Vadians Freundes- und Schülerkreis in Wien/Guido Kisch: Vadians Valla-Ausgaben. Fehr, St. Gallen 1965 (Vadian-Studien, Bd. 8; zwei Studien in einem Buch).
Weblinks
- Literatur von und über Joachim von Watt im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Joachim von Watt. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL).
- Nachweis von Online-Texten von Vadian
- Gesellschaft Pro Vadiana, Vadianische Sammlung
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Watt, Joachim von |
| ALTERNATIVNAMEN | Vadian, Joachim; Vadianus, Joachim; Vadian |
| KURZBESCHREIBUNG | Schweizer Humanist, Mediziner und Gelehrter |
| GEBURTSDATUM | 29. November 1484 |
| GEBURTSORT | St. Gallen |
| STERBEDATUM | 6. April 1551 |
| STERBEORT | St. Gallen |
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Joachim_von_Watt aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |





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