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Inhaltsverzeichnis |
Leben und Wirken
Vergerio wurde im damals zur Republik Venedig gehörenden Ort Capodistria (heute Koper in Slowenien) geboren. In Padova studierte er Jurisprudenz und begleitete 1530 den Legaten Campeggi nach Augsburg. Papst Paul III. sandte ihn 1535 abermals nach Deutschland, um die deutschen Fürsten zur Teilnahme an einem Konzil in Mantova zu bewegen.
Dabei lernte er in Wittenberg Martin Luther persönlich kennen und studierte, nachdem er in seine Heimat zurückgekehrt war, dessen Schriften, um sie zu widerlegen. Seit 1536 Bischof in seiner Geburtsstadt, wurde er nach und nach ein überzeugter Anhänger des Protestantismus. 1548 erklärte er schließlich, durch das Schicksal von Francesco Spiera gewarnt, in einer Schrift seine Übereinstimmung mit der evangelischen Lehre. Daraufhin wurde er nach Aufnahme in die Bündner Synode Pfarrer von Vicosoprano im Bergell und folgte 1553 einem Ruf des württembergischen Herzogs Christoph nach Tübingen, wo er mehrere Schriften gegen das Papsttum schrieb. Ebenfalls in Tübingen half er dem slowenischen Reformator Primož Trubar (dt.: Primus Truber) bei dessen Bemühungen um eine Übersetzung des Neuen Testaments in die slowenische Sprache.
Werke (Auswahl)
(Ein Gesamtverzeichnis der Werke in: Angelika Hauser, Pietro Paolo Vergerios protestantische Zeit.)
- Iurisconsulti de Republica Veneta liber primus. Tusculanum 1526.
- Ad oratores Principum Germaniae qui Vormatiae convenerund. De unitate, et pace Ecclesiae. Venedig 1541.
- Della afflittione et persecutione fatta sopra quei di CapodiStria all'anno 1548. Poschiavo 1549.
- Istruttione Christiana. Poschiavo 1549.
- Oratione de perseguitati et forusciti per lo Evangelio, et per Giesu Christo. Poschiavo 1549.
- Le otto difesioni del Vergorio vescovo di Capodistria. Basel 1550.
- Dodici trattatellio di M. Pietro Paulo Vergerio Vesvoco di Capodistria, fatti poco avanti il suo partire d'Italia. Basel 1550.
- Epistola del Vergerio, nella quale sone descritte molte cose della Cità, et della Chiesa di Geneva. Genf 1550.
- La historia di M. Francesco Spiera, il quale per havere in varii modi negata la conosciuta verità dell'Evangelio, casco in una misera desperatione. Basel 1551.
- Historia di Papa Giovanni VIII, che fu femmina. Tübingen 1556. (Des Babsts Kindtbett: Ein warhaffte und gruntliche Histori von Babst Hansen, dises Namens dem Achten, wölcher ein Weib und Zauberin gewesen ist. Tübingen 1558)
- Retrattatione del Vergerio. Tübingen 1556 (Widerruff Petri Pauli Vergerij. Welcher in zeit er zu Capodistria Bischof gewesen zweymal in das Teütsch land von dem Bapst ist gesandt worden. Tübingen 1558)
Literatur
- Dirk Kottke: Zu dem verschollenen Epitaph für Petrus Paulus Vergerius (1498 - 1565). In: Tubingensia. Impulse zur Stadt- und Universitätsgeschichte. Festschrift für Wilfried Setzler zum 65. Geburtstag. Hrsg. von Sönke Lorenz und Volker Schäfer. Redaktion: Susanne Borgards. (Ostfildern:) Jan Thorbecke Verlag 2008 (Tübinger Bausteine zur Landesgeschichte, 10), S. 257 - 262.
- Robert A. Pierce: Pier Paolo Vergerio the propagandist. Roma : Edizioni di storia e letteratura, 2003., ISBN 88-8498-077-1
- Fulvio Tomizza: Das Böse kommt vom Norden. Die Geschichte des Pier Paolo Vergerio, Bischof, Ketzer, Reformator. Kiepenheuer & Witsch, Köln 1988, ISBN 3-462-01870-1
- Angelika Hauser: Pietro Paolo Vergerios protestantische Zeit. Dissertation, Universität Tübingen 1980.
- Anne Jacobson Schutte: Pier Paolo Vergerio. The making of an Italian reformer. Edition Dróz, Genf 1977. ISBN 978-2-600-03072-4
- Theodor Elze: Vergerius, Peter Paul. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 39. Duncker & Humblot, Leipzig 1895, S. 617–621.
- Friedrich H. Hubert: Vergerios publizistische Thätigkeit. Nebst einer bibliographischen Übersicht. Graß, Breslau 1983 (zugl. Dissertation, Universität Straßburg 1893)
- Christian Heinrich Sixt: Petrus Paulus Vergerius, päpstlicher Nuntius, katholischer Bischof und Vorkämpfer des Evangeliums. Eine reformationsgechichtliche Monographie. Braunschweig 1855.
- Ludwig Melchior Fischlin: [Memoriae theologorum Wirtembergensium, Ergänzungsband unter dem Titel] Supplementa ad Memorias theologorum Wirtembergensium resuscitata, h. e. biographia praecipuorum virorurm, qui a tempore reformationis usque ad hanc nostram aetatem[...] docuerunt. Ulm 1710, S. 113-127.
Weblinks
- Erich Wenneker: Vergerio, Pietro Paolo. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 7, Herzberg 1994, ISBN 3-88309-048-4, Sp. 1242–1256.
- Emidio Campi: Vergerio, Pietro Paolo. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
- Literatur von und über Pietro Paolo Vergerio im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
| Defendo Valvassori | Bischof von Koper 1536 - 1549 |
Tommaso Stella |
| Dieser Artikel basiert auf einem gemeinfreien Text („public domain“) aus Meyers Konversations-Lexikon, 4. Auflage von 1888–1890. Bitte entferne diesen Hinweis nur, wenn Du den Artikel so weit überarbeitet oder neu geschrieben hast, dass der Text den aktuellen Wissensstand zu diesem Thema widerspiegelt und dies mit Quellen belegt ist, wenn der Artikel heutigen sprachlichen Anforderungen genügt und wenn er keine Wertungen enthält, die den Wikipedia-Grundsatz des neutralen Standpunkts verletzen. |
| Personendaten | |
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| NAME | Vergerio, Pietro Paolo |
| ALTERNATIVNAMEN | Vergerio, Pier Paolo |
| KURZBESCHREIBUNG | lutherischer Theologe |
| GEBURTSDATUM | um 1498 |
| GEBURTSORT | Koper |
| STERBEDATUM | 4. Oktober 1565 |
| STERBEORT | Tübingen |
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