In der Wikipedia suchen:Anzahl Besucher Anzahl Autoren Anzahl Verweise Quellennachweise Die Wikibu-Punkte geben Hinweise zur Verlässlichkeit des Wikipedia-Artikels. Dieser Artikel wird häufig besucht. Dieser Artikel wurde von sehr vielen Autoren (186) bearbeitet. Auf diesen Artikel verweisen sehr viele andere Wikipedia-Artikel (mehr als 300). Der Inhalt dieses Artikels ist weniger gut durch Quellenangaben belegt.
|
Zum Artikel: Reformierte_Kirche in der Wikipedia
|
Inhaltsverzeichnis |
Verbreitung
Heute sind reformierte Kirchen auf allen Kontinenten verbreitet, sie bilden jedoch nur in wenigen Ländern die Mehrheit. Länder mit mehrheitlich reformierten Kirchen sind die Niederlande und Schottland. In der Schweiz liegt die reformierte Kirche knapp hinter der katholischen. Traditionelle reformierte Minderheiten aus der Reformationszeit gibt es in Frankreich (Hugenotten), Polen, Ungarn/Rumänien und Litauen.
In der Schweiz sind sämtliche evangelischen Landeskirchen reformierten Bekenntnisses; sie bilden, zusammen mit der methodistischen Kirche, den Schweizerischen Evangelischen Kirchenbund.
In Österreich sind die reformierten Gemeinden in der Evangelischen Kirche H.B. zusammengeschlossen.
In Deutschland gibt es mit der Evangelisch-Reformierten Kirche und der Lippischen Landeskirche zwei reformierte Landeskirchen, die zusammen mit weiteren lutherischen und unierten Landeskirchen die Evangelische Kirche in Deutschland bilden. In den Landeskirchen Mitteldeutschlands und Berlin-Brandenburgs sind reformierte Gemeinden jeweils in Reformierten Kirchenkreisen zusammengeschlossen. In den Landeskirchen im Rheinland und in Hessen-Nassau bestehen Reformierte Konvente. Daneben besteht der Bund Evangelisch-reformierter Kirchen Deutschlands und die als Freikirche konstituierte Evangelisch-altreformierte Kirche in Nordwestdeutschland. Dachverband der etwa zwei Millionen deutschen reformierten Christen ist der Reformierte Bund.
Die reformierte Kirche ist in Deutschland besonders auf dem Hunsrück, im Wittgensteiner Land, in Lippe, am Niederrhein, im Bergischen Land (Wuppertal), im Siegerland, in Nordwestdeutschland (vor allem Grafschaft Bentheim und Ostfriesland) und Bremen, im Ravensberger Land, an der Plesse, in Bayern und in Berlin und Brandenburg verbreitet.
Geschichte
„Urdatum“ ist das Wurstessen beim Zürcher Bürger Christoph Froschauer, einem Druckereibesitzer, an Invokavit 1522 (9. März), also dem ersten Sonntag der vorösterlichen Fastenzeit. Zwingli soll zwar nicht selbst mitgegessen haben, aber bei dem Wurstessen anwesend gewesen sein. Als Priester verteidigte er den Fastenbruch: Das Fastengebot sei ein menschliches Gesetz und deshalb nicht unbedingt gültig. Nur göttlichen Gesetzen müsse der Mensch unbedingten Gehorsam leisten. Die göttlichen Gesetze aber findet Zwingli in der Bibel.[1]
Die Reformation Zwinglis verbreitete sich in den nächsten Jahren in weiteren Schweizer Städten (Bern, Basel, St. Gallen), im süddeutschen Raum und im Elsass. Reformierte Zentren waren Straßburg, Memmingen, Lindau und Konstanz). Im Gegensatz zum Luthertum war Zwinglis reformierte Kirche von ihren Anfängen an mit den republikanischen Städten verbunden – die vom Volk gewählten Regierungen entschieden sich, oft aufgrund von Disputationen, für die Reformation. Ein Zusammenschluss mit dem lutherischen Zweig der Reformation gelang auf den Marburger Religionsgesprächen 1529 zwischen Luther und Zwingli nicht, vor allem weil in der Abendmahlsfrage keine Einigung erzielt werden konnte. Luther hielt an der wirklichen Gegenwart (Realpräsenz) von Leib und Blut Christi in den Gestalten des Mahls fest.
Nach Zwinglis Tod war es Heinrich Bullinger, sein Nachfolger als Zürcher Antistes, der in der deutschsprachigen Schweiz die Reformation konsolidierte und der durch seine ausgedehnte Korrespondenz zu seinen Lebzeiten europaweit der einflussreichste reformierte Führer war.
Fünf Jahre nach Bullingers Amtsantritt begann in Genf die Wirksamkeit von Johannes Calvin, dem Begründer des zweiten Zweigs der reformierten Theologie. Die Reformation Genfer Richtung verbreitete sich besonders in Frankreich, wo die Hugenotten in manchen Landesteilen zur Bevölkerungsmehrheit wurden. Während der Hugenottenkriege flohen viele Hugenotten ins Ausland, wo sie französisch-reformierte Gemeinden gründeten, darunter zum Beispiel in Berlin und Brandenburg und in den Niederlanden.
Während sich in den deutschen, niederländischen und schottischen Gebieten die Genfer Richtung durchsetzte, war es in England Bullinger, dessen Theologie die anglikanische Reformation wesentlich beeinflusste.
In der Schweiz folgten die deutschsprachigen Gebiete der zwinglianischen Richtung, Genf und Neuenburg der calvinistischen. Das Waadtland nahm eine Zwischenstellung ein. Die Reformation in diesem Berner Untertanengebiet wurde von Bern und Zürich her angestoßen; später geriet es aber – als vor allem französischsprachiges Territorium – unter starken Genfer Einfluss. So behielt es zwar im Wesentlichen die zwinglische Theologie bei, führte aber unter Genfer Druck das staatsunabhängige calvinische Kirchenmodell ein. 1549 kam es im Consensus Tigurinus von Bullinger und Calvin zu einer Einigung der beiden Richtungen, die bis heute für die Schweizer Reformierten Kirchen gilt.
Reformierter Gottesdienst
Äußeres Charakteristikum reformierter Kirchen ist in vielen Fällen die Sparsamkeit der Kirchenausstattung, oft besteht der einzige Schmuck in Bibelversen. Liturgisch fällt die Vorrangstellung des Wortes auf; so kannte der Gottesdienst in Zürich zur Zeit Zwinglis keine Gesänge, Calvin führte den Psalmengesang ein, was zum weit verbreiteten „Genfer Psalter“, einer Sammlung von Nachdichtungen der biblischen Psalmen, führte.
Das Abendmahl ist eine Erinnerungsfeier und wird in der Regel nur einige Male im Jahr an hohen Festtagen gefeiert.
Ein wesentlicher Unterschied zu den Lutheranern ist das Verhältnis zur kirchlichen Tradition, von der Zwingli und Calvin nur das beibehielten, was biblisch ausdrücklich begründet ist, während Luther alles zuließ, was der Bibel nicht widersprach.
Reformierte Bekenntnisse
Die wichtigsten deutschsprachigen reformierten Dokumente des 16. Jahrhunderts sind das Zweite Helvetische Bekenntnis und der Heidelberger Katechismus. Dieser Katechismus dokumentiert die innerreformierte Spaltung: Während sich im Gefolge von Zwinglis Theologie in Zürich, Bern, Basel und anderen Orten eine sehr enge Verzahnung von politischer und geistlicher Führung herausbildete, arbeitete Calvin in seiner Institutio Christianae Religionis eine biblisch begründete Kirchenordnung heraus, die die Ämter von Presbyter und Pfarrer als Gemeindeleitung sowie daneben die Ämter des Diakons und des Lehrers kennt; zudem wird die Kirchenzucht betont, die den Presbytern obliegt.[2]
Weitere bedeutende reformierte Bekenntnisse sind die Lehrregeln von Dordrecht und das Bekenntnis von Westminster.
Die meisten reformierten Kirchen Europas beteiligen sich an der Gemeinschaft Evangelischer Kirchen in Europa und haben sich die Leuenberger Konkordie zu eigen gemacht.
Väter der Reformierten Kirche
Besonders bedeutende reformierte Theologen des 16. Jahrhunderts waren:
Zürcher Richtung:
Genfer Richtung:
Kurpfalz:
Schottland:
Heutige Reformierte Kirchen
Landeskirchen
- Schweizer Reformierte Kirchen
- Niederländische reformierte Kirchen
- Evangelisch-reformierte Kirche (Synode evangelisch-reformierter Kirchen in Bayern und Nordwestdeutschland) (als Landeskirche in der EKD)
- Lippische Landeskirche (vorwiegend reformiert; als Landeskirche in der EKD)
- Church of Scotland
Minderheitskirchen
- Evangelisch-altreformierte Kirche in Niedersachsen
- Bund Evangelisch-reformierter Kirchen Deutschlands
- Presbyterianische Kirchen
- Evangelische Kirche H.B. in Österreich
- Reformierte Kirche in Ungarn
- Reformierte Kirche von Frankreich
- Reformierte Kirche in Transkarpatien
Siehe auch: Kategorie:Reformierte Kirche
Einzelnachweise
- ↑ Zum Ganzen vgl. Matthias Reuter: Wurstessen – das Fastenbrechen 1522.
- ↑ Die Fragen 82–85 des Heidelberger Katechismus haben bedeutende Folgen bei Paul Schneider.
Literatur
- Eberhard Busch: Reformiert. Profil einer Konfession. TVZ, Zürich 2007, ISBN 3-290-17441-7.
- Carter Lindberg: The Eureopean Reformations
Weblinks
Dieser Artikel basiert auf dem Artikel Reformierte_Kirche aus der freien Enzyklopädie Wikipedia und steht unter der GNU-Lizenz für freie Dokumentation. In der Wikipedia ist eine Liste der Autoren verfügbar. |





Dietrich 


